„Gastarbeiterenkelin zu sein hat es mir ermöglicht, mich selbst zu finden.“
Merve Uslu-Ersoy, Regisseurin der Dokumentarfilmreihe Kismet1 und Kismet2
Am 16.12.2025 besuchte Frau Uslu-Ersoy unsere Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen. Als bundesweit tätige Filmreferentin und Anti-Rassismus Trainerin ist sie regelmäßig an Schulen zu Gast. Im Mittelpunkt ihres Besuchs stand der von ihr gedrehte Dokumentarfilm Kismet2, den die Schüler/-innen im Rahmen einer exklusiven Filmvorführung sehen konnten. Vorbereitet war diese Veranstaltung durch den Film Kismet 1, aus dem Leben der Großväter in Zeiten der Gastarbeiterbewegung, den beide Klassen bereits in der Vorwoche im Unterricht gesehen haben.
In Kismet 2 porträtiert Frau Uslu-Ersoy sehr eindrucksvoll und ergreifend die Geschichte ihrer Großmütter. Die Reise beginnt in Mannheim, wo Merve Uslu-Ersoy geboren und aufgewachsen ist. Sie reist an die Orte, an denen ihre Omas gelebt und gearbeitet haben. Der Film porträtiert die Rolle der Frauen in der Gastarbeiterbewegung und stellt die spezifischen Herausforderungen dar, denen sie als Migrantinnen in Deutschland fern von ihrer Heimat gegenüberstanden. Ein zentrales Thema des Films ist die Selbstständigkeit, die sie trotz fehlender Bildung in der Kindheit erlangen konnten und wie sie es mit großer Entschlossenheit schafften, sich finanziell und emotional zu emanzipieren und weiterzubilden.
Ein anschließender Workshop ermöglichte es den Schüler/-innen, gemeinsam mit Frau Uslu-Ersoy die Inhalte des Films zu reflektieren und zu vertiefen. Das Thema „Kofferkinder“, Lohnunterschiede wie auch Bildung und Analphabetismus hat zu intensiven Gesprächen angeregt. Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass nicht nur das Bewahren von Geschichten, sondern auch das eigene Verständnis von Herkunft, Erinnerung und Identität unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft prägt.
Wir danken Frau Uslu-Ersoy für diese interessante und eindrucksvolle Veranstaltung.
